Mal ganz ehrlich, ich habe von vornherein gesagt: “Umfrage ist Sch…”, aber man hat mir natürlich wieder gut zugeredet. Das wäre alles nur halb so schlimm morgens um halb acht vor der Uni Leuten ein paar Worte zu einer aktuellen Fragestellung zu entlocken. Selbst wenn ich mich klonen könnte würde ich wohl vor meinem anderen Ich in dieser Situation davonlaufen. Eine Kreatur die mit zum Boden gesenkten Blick immer wieder aufschaut mit einem mitleidserregenden Blick der sagt: “HILF MIR… BITTE!!!”
Aber da ich in meiner Zeit bei Kölncampus mit diesen ganzen netten Menschen gelernt habe positiv zu denken, habe ich mich entschlossen dem Ganzen eine Chance zu geben – nicht das ich ne Wahl gehabt hätte.
Meine Frage – im Zuge des Doktortitelkaufs: “Was wärst du bereit für einen Doktortitel zu tun?” Bereits beim Besprechen dieser Frage fällt mir die Zurückhaltung der Kollegen auf. Mehr als ein “Du wirst schon sehen, das macht Spaß…” bekomme ich nicht zu hören.
Auf gehts, der Campus erwartet meinen wissensbegierigen Journalismus-Körper. Bereits auf dem Weg zum Hauptgebäude habe ich ein mulmiges Gefühl. Warum stehen da so viele Leute, und ist das für mich gut oder schlecht? Ihr könnt es euch vermutlich schon denken, es war schlecht, denn natürlich mussten diese ganzen zu bemitleidenden Wesen an diesem Tag ihr Diplom machen. Und man weiß ja das Menschen kurz vor einer Prüfung sich nichts sehnlicher wünschen als eine kurze Frage zu beantworten. So sind die Antoworten nach über einer halben Stunde auch allesamt nicht zu gebrauchen. Zwar nehmen sich die netten Kommolitionen die Zeit mir einige Worte aufs Band zu sprechen, halten sich dabei allerdings nicht ganz an die zuvor besprochene Frage.
Einige Auszüge:
“Das ist nicht dein Ernst, oder…?”
“Seh ich so aus…?”
“Sonst gehts noch…”
“Ich brauch keinen Doktortitel…”
Von hier aus möchte ich nochmal sagen: DANKE für eure Hilfe. Aber so gut ich eure nervliche Notsituation nachvollziehen kann, hättet ihr nicht so kurz vor der Klausur mit gleichem Zeitaufwand etwas intelligenteres von euch geben können?
Das ich zum Philosophikum weiterzog möchte ich an dieser Stelle verschweigen, da das Ergebnis sehr ähnlich war und uns in diesem Blog auch inhaltlich nicht wirklich voran bringt.
Mein ganzer Dank gilt den 7 Menschen vor der Unibibliothek die sich meiner Frage stellten und es mir ermöglichten doch noch eine Umfrage (wenn auch mit vielen Nebengeräuschen) im besten Frührausch dieser Woche abzuliefern, auch wenn antworten wie “lernen” oder “dafür arbeiten” wohl belegen, dass der menschliche Geist zu früher Stunde noch nicht auf Kreativität ausgerichtet ist.
In dieser Woche steht übrigens unsere Afrika-Woche vor der Tür und ich bin gespannt mit welcher interessanten Frage ich dann auf die Studenten Kölns losgelassen werde.
An die Menschen die schon immer mal ihre eigen Stimme im Radio hören wollten: Bereitet euch für Freitag auf das Thema Afrika vor (kreative Antworten!!!) und wartet ab ca 7.30 Uhr wahlweise vorm Hauptgebäude, Philosophikum oder UniBib und bekommt die Chance ein Teil der Umfrage des großartigsten FreitagsFrürauschs zu werden wenn sich ein verwirrt aussehender Student mit einem Aufnahmegerät bewaffnet hilfesuchend über den Campus schleppt.